Gute Böden, wunderschöne Landschaft und eine schnelle Anbindung an die Autobahn haben Landwirt Philipp Dieckmann vor rund zehn Jahren nach Fahrenholz bei Altentreptow gebracht. Was er nicht ahnte, als er den Landwirtschaftsbetrieb im Ort übernahm: Die schnelle Anbindung ans Internet, die würde noch lange auf sich warten lassen. „Wir haben einen schönen Betrieb gesucht und hier auch gefunden, aber so etwas kannte ich nicht“, sagt der heute 36-Jährige noch immer etwas ungläubig. „Ich komme aus dem Münsterland, da haben wir Glasfaser schon seit 15 Jahren.“


In Mecklenburg blieb ihm zunächst nur die Erinnerung daran. Der junge Bauer musste sich irgendwie arrangieren, denn ganz verzichten konnte und wollte er aufs Internet nicht. Das organisierte er sich zunächst über eine Satellitenverbindung, später gab es immerhin LTE, den internetfähigen Mobilfunkstandard. Stabil waren diese Verbindungen aber nicht und die benötigten Übertragungsraten sprengten den Rahmen. „Wir sind mit einem USB-Stick zum Steuerberater gegangen, weil die Datenmengen zu groß waren. Nicht einmal Onlinebanking ging“, erinnert sich Philipp Dieckmann noch lebhaft an die Schwierigkeiten, die ihn in den vergangenen Jahren Zeit und Nerven kosteten.

Umso glücklicher ist er, dass es nun endlich geschafft ist, Glasfaser in die Gegend zu bekommen. Das Leben werde digitaler, gerade in der Landwirtschaft, sagt er. „Precision Farming“ ist das Schlagwort, also die möglichst effiziente Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen, bei der Unterschiede des Bodens auch auf großen Ackerflächen detailgenau erfasst und differenziert bewirtschaftet werden können. „Dafür brauche ich schnelles und vor allem konstantes Internet“, sagt Philipp Dieckmann. „Die Daten müssen schnell verarbeitet werden.“


Sein Betrieb, die Landgut Nordland Fahrenholz Verwaltungsgesellschaft, ist voll vernetzt. An Tablet und Smartphone kann der Bauer seine Maschinen als Punkte auf Feldern oder in der Werkstatt sehen und jede Datei abrufen: Welche ist gerade wo im Einsatz, wann steht die nächste Wartung an, wie ist der Kraftstoffverbrauch, wie die Auslastung? Für Antworten reicht ein Blick aufs Display. Für den präzisen Ackerbau lässt er den Chlorophyll-Gehalt seiner Flächen messen. Danach wird dann die Düngemenge berechnet – mit Hilfe von Computerprogrammen und einer schnellen Datenautobahn. Auch den Stall mit seinen Bio-Legehennen kann er jetzt aus der Ferne kontrollieren. Futter- und Luftversorgung sind per Internet geregelt und auch die Datenverarbeitung für den Eierversand. „Sonst musste man dort 20-mal am Tag hinfahren, um das zu kontrollieren, gerade die Luftversorgung bei der Hitze im Sommer“, sagt Philipp Dieckmann. Das ist jetzt nicht mehr nötig. Über die Auswertung seiner Photovoltaik- und Windkraftanlagen ist er nun ebenso jederzeit im Bild.


Möglich ist all das, weil Bund und Land den Breitbandausbau mit einem Förderprogramm unterstützen. Die flächendeckende Versorgung mit hochmodernen Glasfaserkabeln und damit Highspeed-Internet soll helfen, auch die ländlichen Regionen am digitalen Fortschritt teilhaben zu lassen.

Die neu-medianet GmbH, ein Tochterunternehmen der Neubrandenburger Stadtwerke (neu.sw), setzt aktuell den Breitbandausbau in den vier Regionen der Seenplatte um, für die die Fördermittel derzeit schon bereitstehen – von der Planung der Kabeltrassen bis zur Inbetriebnahme der einzelnen Hausanschlüsse. Die Zusammenarbeit habe sehr gut funktioniert, sagt Philipp Dieckmann, der das schnelle Internet auch privat nicht mehr missen möchte. Musik streamen mit der Familie oder Nachrichten online sehen – Fahrenholz ist im digitalen Zeitalter angekommen.
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