Links und rechts säumen Felder die Straße, nur unterbrochen von ein paar Häusern, die plötzlich auf der rechten Seite auftauchen. In einem wohnen Anja und Ronny Lehmann. Mitten in der Natur, „irgendwo im Nirgendwo“, wie die beiden selbst lachend sagen. 

Anja und Ronny Lehmann haben es ausprobiert: mobil Arbeiten, Musik und Filme streamen, online Nachrichten lesen
und Familienvideokonferenz mit dem Handy - das geht jetzt alles gleichzeitig. © neu.sw

Bewusst hat sich das Ehepaar für die Abgeschiedenheit und die damit verbundene Ruhe in Friedrichsruh entschieden. In dem Dorf zwischen Stavenhagen und Neubrandenburg stehen nicht einmal 20 Häuser. „Wir sind vor elf Jahren hierhergezogen und haben vorher in Neubrandenburg gewohnt, aber für mich war das immer nur eine Zwischenstation“, sagt Ronny Lehmann. Das Grundstück des Paares ist gut 3000 Quadratmeter groß und es grünt, wohin das Auge blickt. Der Nachteil: „Als wir herzogen, hatte das Haus nicht mal eine Telefonleitung, an WLAN oder Internet war gar nicht zu denken“, erinnert sich Ronny Lehmann. 

Anschluss kam gerade noch rechtzeitig  

Nach mehreren Wochen des Wartens nahm der 45-Jährige dann damals selbst die Schaufel in die Hand und buddelte den Graben für das Telefonkabel aus eigener Kraft, weil er sich nicht mehr vertrösten lassen wollte. Kurz darauf hatten die Lehmanns dann wenigstens DSL. „Aber von der angegebenen Geschwindigkeit kam höchstens ein Drittel an“, sagt der Programmierer, der bei einer Werbeagentur in Neubrandenburg arbeitet. 

Als das Ehepaar dann vom Startschuss für den Breitbandausbau hörte, gab es sofort die Interessenbekundung für einen Glasfaseranschluss bei der neu-medianet ab. Die Tochtergesellschaft der Neubrandenburger Stadtwerke ist für die Erschließung des Projektgebietes „Stavenhagen Land“ zuständig. Mitte 2018 fiel der Startschuss für den Ausbau, rund 3700 Haushalts- und Gewerbekunden erhielten die Möglichkeit auf schnelles Internet. Mittlerweile sind vier weitere Projektgebiete dazugekommen: Das östliche Umland von Neubrandenburg sowie die Regionen um Friedland, Altentreptow und Penzlin.

Je mehr der Breitbandausbau voranschreitet, je mehr Internetanschlüsse gibt es „irgendwo im Nirgendwo“ und somit auch in Friedrichsruh. „Seit Februar dieses Jahres sind wir in der Zivilisation angekommen“, sagt Anja Lehmann lachend. Und fügt hinzu: „Zum Glück kurz bevor die Corona-Pandemie uns erreichte.“ Denn ohne einen Glasfaseranschluss wäre für das Ehepaar kein Homeoffice möglich gewesen. 

Die 43-Jährige arbeitet als Fallmanagerin fürs Jobcenter in Neubrandenburg und konnte ihre Klienten trotz der weitreichenden Beschränkungen auch von Zuhause optimal weiter betreuen. „Ich muss sehr viel telefonisch erledigen, schnell Kontakt zu den verschiedenen Institutionen aufnehmen und all diese Dinge auch elektronisch erfassen und nachhalten“, sagt sie. Dienstberatungen fanden ebenfalls per Videokonferenz statt und auch Ronny Lehmann war für seine Kunden in dieser Zeit telefonisch oder eben digital da. „Wir haben es ausprobiert: Wir können gleichzeitig Musik und Filme in bester Qualität streamen, am PC etwas erledigen, auf dem Tablet Nachrichten lesen und mit dem Handy per Videotelefonie Kontakt zu Familie und Freunden halten – alles klappt bestens“, sagt der Programmierer. 

Lebensqualität dazugewonnen 

Das Ehepaar hat sich für eine Bandbreite von 150 Mbit/s entschieden. „Wir haben so lange gedarbt, das gönnen wir uns jetzt“, so Ronny Lehmann lachend. Damit meint er, dass weitere fitflat-Produkte zur Auswahl stehen – sowohl mit niedrigerer als auch höherer Bandbreite. „Keiner von uns muss jetzt den Laptop ausschalten, wenn der andere auch ins Internet möchte“, sagt Anja Lehmann. Genau so sei es vorher nämlich gewesen. „Die Seiten haben sich oft gar nicht erst aufgebaut oder sind mitten im Vorgang zusammengebrochen“, erzählt die 43-Jährige. Besonders unpraktisch sei das, wenn man gerade per Online-Banking Überweisungen tätige. „Wie oft wir extra nach Neubrandenburg gefahren sind, nur um zur Bank zu gehen“, erinnern sich beide.

Auch wenn es sich vielleicht für Städter merkwürdig anhört, aber die Lehmanns haben durch den Glasfaseranschluss „nicht nur schnelles Internet, sondern auch Lebensqualität dazu gewonnen“, wie sie sagen. Und noch etwas sei ihnen positiv in Erinnerung geblieben: „Alle, mit denen wir im Laufe der Zeit Kontakt hatten – Bauarbeiter, Kundenberater, Techniker – waren kompetent, umsichtig und sehr nett.“
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